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Pressestimmen zu den CDs und Konzerten

Erkki Melartin
Alexander Skrjabin
Alfred Schnittke

Interviews


Ganz ohne Starrummel ist die Pianistin Maria Lettberg erfolgreich. Einfühlsam hat sie vor ein paar Jahren den grenzwertig komplexen Werkkosmos Alexander Skrjabins (1872 bis 1915) ausgeleuchtet. Nach einer Doktorarbeit über den Magier der unaufgelösten Harmonien ergriff sie die Gelegenheit, sein stattliches Klavierreuvre aufzunehmen; die Box mit 8 CDs plus DVD setzt weiterhin Maßstäbe.
JOHANNES SALTZWEDEL
Der Spiegel

 

Die technisch phänomenale und sehr selbstbestimmte Pianistin Maria Lettberg… Ein Ausdruckswunder.
MIRKO WEBER
Die Zeit

 

Mit einem radikalen Nicht-Mainstream-Programm gab die lettisch-schwedische Pianistin Maria Lettberg am Mittwoch im kleinen Saal der Laeiszhalle ihr beeindruckendes Debüt in Hamburg. Schon bei der "Variation über einen Akkord" von Alfred Schnittke führte sie uns in einen Eigenraum insistierender, isolierter und doch unverkennbar aufeinander bezogener Klänge. Das motivische Kernmaterial der Sonate Nr. 1 von Nicolaj Roslawez bahnte sich seinen Weg durch den allzu spärlich besetzten Raum wie ein Komet, dessen Richtung oft vorhersehbar erschien. [...]
Aus dem Oeuvre Alexander Skrjabins gab Lettberg einige kontrastreiche Kostproben, und auch Sergej Prokofjews fulminanter Sonate op. 83 Nr. 7 zeigte sich diese geistig und manuell sehr starke Pianistin absolut gewachsen.
TOM SCHULZ
Hamburger Abendblatt

 

Lettbergs Spiel: wie ein zarter Windhauch. Schwedische Pianistin sorgte bei den „Mittelrhein Musik Momenten“ für eine echte Sternstunde.
CHRISTIANE HAUSDING
Rhein-Zeit

 

Maria Lettberg, die stolze Miniaturistin, pariert alles mit dem Mut zum Pathos, der Eleganz des Klangs.
WOLFGANG SCHREIBER
Süddeutsche Zeitung

 

Eine Pianistin, die immer wieder gern mit ungewöhnlichen Programmen experimentiert, ist Maria Lettberg.
ULRIKE KLOBES
Radio Kultur RBB

 

Bei Melartin malt die in Riga geborene, heute in Berlin lebende Künstlerin wunderschöne musikalische Bilder -farbenreich, dynamisch differenziert, mal schwer, mal leicht, mal ernst, mal heiter. Durch Lettbergs nuancierte Interpretationen wird man der Vielzahl der Charakterstücke nie überdrüssig. Vielmehr genießt man die zauberhaften Stimmungen in Melartins ausdrucksvoller Musik.
GREGOR WILLMES
Fono Forum

 

Lettberg widmet sich allen Stücken mit der gleichen Sorgfalt, gibt sich genussvoll der Melancholie hin, zaubert poetische Stimmungsbilder und zündet bei Bedarf auch mal ein virtuoses Feuerwerk.
CHRISTIANE IRRGANG
NDR

 

Maria Lettberg erweist sich jeder dieser Schattierungen souverän gewachsen, technisch souverän, mit ungemein differenziertem Anschlag und geradezu luzider Auffassung wirkt sie in dieser fast immer leicht zugänglichen, aber nie banalen Musik ganz zu zuhause. Ein Juwel!
CHRISTIAN STOLBERG
Sono

 

Ihr Spiel ist lyrisch weich grundiert, es lässt sich zum Beispiel kaum mit der nervösen Gereiztheit des frühen Shukov oder der breitwandigen und klaren Konturierung Ashkenazys vergleichen, zeigt aber viel Sinn für die wühlenden Kräfte in dieser Musik, versteht Spannungen zu entwickeln und zu halten. Überzeugende Töne hat sie aber auch für die fragilen Klänge und die dämonischen Hintergründigkeiten Skrjabins, für seine diffusen und „ersterbenden“ Passagen. Und bei allem lässt Maria Lettberg ein sicherer Sinn für ausbalancierte Form nie im Stich.
INGO HARDEN
Fono Forum

 

Lettbergs Skrjabin nimmt gefangen. Denn jede einzelne Note wägt sie ab, nichts bleibt hier vordergründige Effekthascherei.
Skrjabins viel beschworene Innovationskraft, mit der er als einer der Ersten das abendländische tonale System aufbrach – in Lettbergs vielschichtigen und differenzierten Deutungen wird sie gänzlich deutlich. So bereichern Lettbergs Skrjabin-Einspielungen nicht nur das Repertoire: Mitunter werden neue Maβstäbe gesetzt.
MARCO FREI
Piano News

 

Was sie als Skrjabin-Expertin auszeichnet, ist die Fähigkeit, seine Fin-de-Siècle-Poesie so minuziös wie delikat als Einheit von Verfahren und Stimmungen nachzuzeichnen.
Neue Westfälische

 

Um die Essenz von Skrjabins Kunst, die völlige Auflösung der Notensubstanz in entmaterialisierte Klanggesten zu verwirklichen, braucht es schon die seismografisch verfeinerte Anschlagskultur eines Sofronizkij, Horowitz oder eines Sokolow. Dass die junge
Maria Lettberg mit diesen Heroen gleichziehen kann, grenzt an ein Wunder – und doch legt die in Berlin lebende Lettin nun die mit Abstand überzeugendste Gesamteinspielung von Skrjabins Klavierwerk vor.
[...] jedem Stück gewinnt Lettberg ein Spannungsverhältnis zwischen den klar herausgespielten Spannungsbögen und der tendenziell zersetzenden, retardierenden Harmonik ab. Ihr klares Dispositionsvermögen, fabelhafte Reflexe, ein immens variabler Anschlag und vor allem eine poetische Gestaltungskraft, die allen Stücken die Frische spontaner, unmittelbarer Empfindung verleiht, machen die Box zu einem Muss für alle Klavierfans.
JÖRG KÖNIGSDORF
Rondoplus

 

Eine Gesamteinspielung von Alexander Skrjabins Klaviersolowerken ist immer wieder ein kühnes und aufwendiges Unterfangen. Es setzt nebst viel Virtuosität und feinstem Anschlag ein waches Ohr für die unzähligen kantabilen Unterstimmen und Leidenschaft voraus. Die in Riga geborene, am St. Petersburger Konservatorium ausgebildete Pianistin Maria Lettberg verfügt über alle diese Grundlagen und lässt als unkonventionelle Gestalterin aufhorchen. Sie dramatisiert die Kontraste in den Sonaten erheblich, nimmt andererseits den Mazurken jegliche Schwere, um sie mit verblüffender Behendigkeit zu spielen und in die Nähe jener tänzerischen Miniaturen zu rücken, mit denen der Ekstatiker Skrjabin nach den Sternen griff. Hebt die junge Pianistin schon in mancher Etüde aus der mittleren Schaffenszeit ab, so erst recht in den verzückten Spätwerden, in den letzten Sonaten und in traumhaft zart hingetupften Stücken wie „Poème ailé“, „Désir“ oder „Caresse dansée“. Da beginnt die Musik förmlich zu fliegen und zu schweben. Maria Lettberg überrascht mit eigenwilligen Phrasierungen, nie zuvor gehörten Gliederungen und ungewohnten Klangverdichtungen, in denen es vor emotionaler Glut nur so brodelt. Zur Bereicherung dieser rundum erfreulichen Gesamteinspielung tragen die von der Pianistin selber verfassten, ungemein informativen Werkkommentare und eine Bonus-DVD mit einem Multimediaprojekt („Mysterium“) und Interviews bei.
WALTER LABHART
Musik&Theater

 

Heraus kam das Klavierquntett, da hier von Ewa Kupiec ebenso verträumt wie verdunkelt zusammen mit dem Petersen-Quartett wiedergegeben wird. Für die anderen Werke, da Klaviertrio, das Klavierquartett, schließlich da zweite Klavierconcerto, hat man die nicht weniger virtuose Maria Lettberg engagiert. Wunderbar, wie sich Klavier und Streicher im Quartett ineinander verschlingen, während die fonwährend wiegend klagende Motivik an Mahler erinnert, sie gleichzeitig ins Nervöse überdreht wird.
TILMAN URBACH
Fono Forum

 

Viel leichter ist das Klangbild im einsätzigen Klavierquartett von 1988 mit Lettberg. Auch im Klaviertrio ist Lettberg um Lösung aufgestauter Bedrücktheiten bemüht. Fragil klingen die Streicher im äußerst zarten Adagio. Erklärter Höhepunkt ist zweifellos das zweite, von Lettberg gespielte Klavierkonzert mit Mitgliedern des Berliner RSO.
ENUT HOFFMANN
Piano News

 

"Ewa Kupiec, die umbrische Münchnerin und Maria Lettberg, die schwedische Berlinerin, meistern die Partitur für vier Hände fulminant, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin begleitet vorbildlich temperamentvoll und den geforderten Kontrasten folgend virtuos."
WOLF LOECKLE
Die Neue Musikzeitung

 

 

 

GRAMOPHONE INTERVIEW

Maria Lettberg

 

My first meeting with Scriabin's music was indirect-my mum had the complete recordings of Vladimir Sofronitsky, and I just listened to his music without knowing what pieces I had heard.

Then later, when studying in St Petersburg, I played Scriabin's Sonata No 1 and it felt like my own skin; I felt very comfortable with this music. So I played some more, and eventually played all his sonatas in recital. Capriccio then asked me to make a Scriabin recording - but they were not interested in just his sonatas, they were interested in recording all his solo piano music!

Some people said "this music is so psychologically demanding, it's dangerous music - do you feel OK?" But I also recorded Schnittke's Concerto for Piano Four Hands, and when I came back to Scriabin do you know what I discovered? Total harmony. Maybe if you play just Bach and Brahms, who are among my favourites, then you think Scriabin is so crazy, but no, I'm still OK. The paradox in Scriabin is that his music has tensions: between life and death, between sweetness and bitterness - always both together.

Scriabin used to write unusual instructions on his scores, in French. I'd read that one editor of his music had suggested removing these as they make your mind unclear. But I think these remarks actually give the key to interpreting his music and it's very important for the performer to take it seriously. It's very abstract -when you say "sadness", what does this mean? But it really gives you a lot of inspiration: words like forte or mezzo forte, they don't explain to you what kind of effects. Scriabin's words give you the feeling of how you have to do it. Knowing his background - I wrote a dissertation on Scriabin for my doctorate - helped me very much to understand his music and its aesthetic. Somehow, however, as a pianist I have to make my choice: and I pass from words to music...

Interview by MARTIN CULLINGFORD